Vergleichen Sie Handyverträge nach Ihrem Bedarf an Datenvolumen, Telefonaten und SMS. Berücksichtigen Sie auch die Kosten für die Handynutzung im Ausland (Roaming). Auch Laufzeit und Abrechnung beeinflussen die Kosten. Ein passender Tarif deckt Ihren Alltag ab und schützt vor unerwarteten Kosten.
Prüfen Sie, wie viel Daten Sie bisher verbrauchen, welche Zusatzkosten anfallen, welche Regeln für die Nutzung im Ausland gelten und wie Sie kündigen können. Der beworbene Monatspreis allein reicht für einen fairen Vergleich nicht aus.
Mobilfunkbedarf einschätzen
Schauen Sie in die Verbrauchsanzeige Ihres Smartphones oder in die Abrechnung Ihres aktuellen Anbieters. Vergleichen Sie Ihren Verbrauch über mehrere Monate. So erkennen Sie Ihren üblichen Bedarf besser als anhand eines einzelnen Monats mit ungewöhnlich hohem Verbrauch. Unterscheiden Sie dabei zwischen Nutzung im WLAN und unterwegs über das Mobilfunknetz.
Wer unterwegs hauptsächlich Nachrichten schreibt, gelegentlich surft oder navigiert, braucht weniger Daten als jemand, der regelmäßig Videos streamt. Die Verbraucherzentrale nennt für leichte Nutzung 2 bis 6 GB im Monat als Orientierung. Das ist kein allgemeiner Durchschnitt und passt nicht automatisch zu jedem Nutzungsprofil. Wer fast immer WLAN nutzt und mobil vor allem telefoniert, sollte auch einen Tarif mit kleinem Datenpaket oder ohne mobiles Datenvolumen prüfen.
Datenvolumen und Geschwindigkeit
Vergleichen Sie das enthaltene Datenvolumen und prüfen Sie, was nach Ihrem Verbrauch passiert. Viele Tarife reduzieren dann die Geschwindigkeit. Andere buchen kostenpflichtige Datenpakete nach. Bei einer Datenautomatik kann der Anbieter automatisch weitere Daten hinzubuchen und dafür Geld berechnen. Prüfen Sie die Tarifbedingungen, bevor Sie sich auf eine bestimmte Datenmenge festlegen.
Achten Sie außerdem auf die angegebene Datenrate. Sie zeigt, wie schnell Daten übertragen werden. Eine hohe Vertragsangabe garantiert keine bestimmte Geschwindigkeit an jedem Ort. Empfang und tatsächliche Leistung hängen auch vom Netz am jeweiligen Standort ab. Wenn Sie unterwegs regelmäßig streamen, brauchen Sie genug Datenvolumen und eine passende Geschwindigkeit.
Automatische Aktualisierungen und das Laden von Fotos oder Videos verbrauchen ebenfalls mobile Daten. Wenn Ihr Paket knapp bemessen ist, stellen Sie Updates auf WLAN um und beobachten Sie den Verbrauch nach dem Tarifwechsel.
Telefonie und Sondernummern
Wenn Sie häufig in deutsche Festnetz- und Mobilfunknetze telefonieren, lohnt sich meist eine Telefon-Flatrate eher als einzelne Freiminuten. Bei wenigen Anrufen kann eine festgelegte Zahl an Freiminuten günstiger sein. Entscheidend ist, welche Anrufe der Tarif einschließt.
Eine Flatrate schließt Sonderrufnummern nicht automatisch ein. Anrufe zu Nummern mit Vorwahlen wie 0900, 0180, 0700, 0137 oder 032 können gesondert kosten. Prüfen Sie auch, ob Gespräche ins Ausland enthalten sind. Ein Anruf von Deutschland in ein anderes Land ist etwas anderes als die Nutzung des Handys auf Reisen. EU-Roaming regelt nicht automatisch Auslandsgespräche von Deutschland aus.
SMS-Kosten im Tarif prüfen
Eine Telefon-Flatrate schließt SMS nicht automatisch ein. Im Preisblatt steht, ob der Tarif unbegrenzt viele SMS, eine festgelegte Zahl an Nachrichten oder einen Preis pro SMS vorsieht. Das ist vor allem relevant, wenn Sie regelmäßig per SMS kommunizieren oder nicht für alle Kontakte Messenger-Dienste nutzen.
Premium-SMS und andere Sonderdienste können eigene Entgelte haben. Sie bilden eine eigene Kategorie neben gewöhnlichen Textnachrichten. Prüfen Sie deshalb auch die Preisangaben für solche Dienste, wenn Sie sie nutzen.
Roaming auf Reisen
In den EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen gilt „Roam like at home“: Nach den geltenden Regeln werden Telefonate, SMS und mobile Daten dort wie im Inland behandelt. Seit dem 1. Januar 2026 gehören auch Moldau und die Ukraine zu diesem Bereich.
Bei unbegrenzten oder sehr günstigen Datentarifen kann der Anbieter für die Nutzung im EU-Ausland eine Fair-Use-Grenze festlegen. Diese Grenze bestimmt, wie viele Daten Sie dort ohne zusätzliche Kosten nutzen dürfen. Der Anbieter muss darüber vorab informieren. Prüfen Sie daher die Roamingbedingungen, wenn Sie häufig reisen oder viele Daten verbrauchen.
Außerhalb des erfassten Bereichs gelten die EU-Roamingregeln nicht automatisch. Das Vereinigte Königreich ist ebenfalls nicht automatisch eingeschlossen, auch wenn einzelne Anbieter es freiwillig in ihre Tarife aufnehmen. Vergleichen Sie vor einer Reise die Preise für das konkrete Zielland und die dortige Roaming-Zone. Auf Schiffen und in Flugzeugen kann ein satellitengestütztes Bordnetz hohe Kosten verursachen. In Grenznähe kann sich das Handy außerdem mit einem Netz außerhalb des EU-Roamingbereichs verbinden.
Laufzeit und Abrechnung vergleichen
Ein Verbrauchervertrag darf in Deutschland zunächst höchstens 24 Monate laufen. Anbieter müssen auch einen Vertrag mit einer anfänglichen Laufzeit von höchstens zwölf Monaten anbieten. Wenn sich der Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch verlängert, können Sie ihn mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Wenn Sie flexibel bleiben möchten, vergleichen Sie kürzere Laufzeiten, monatlich kündbare Tarife und Prepaid-Angebote. Mit Prepaid behalten Sie die Kosten leichter im Blick und können kurzfristig wechseln. Ein flexibler Laufzeitvertrag kann im Grundpreis höher liegen, ist aber nicht automatisch teurer als jede andere Variante. Entscheidend sind die Gesamtkosten und die Flexibilität, die Sie benötigen.
Prüfen Sie auch den Abrechnungszeitraum. Ein Paket, das alle vier Wochen abgerechnet wird, kostet bei durchgehender Buchung rechnerisch 13-mal pro Jahr. Bei monatlicher Abrechnung fällt der Preis zwölfmal an. Bei einem Vier-Wochen-Paket erhalten Sie dafür auch häufiger neues Datenvolumen.
Handytarif nach Nutzung auswählen
| Nutzungsprofil | Besonders wichtig | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|---|
| Meist im WLAN, selten unterwegs | Kleines Datenpaket oder wenig mobiles Datenvolumen | Kosten nach Verbrauch und mögliche Zusatzpakete |
| Gelegentliches Surfen, Chatten und Navigieren | Datenvolumen für leichte Nutzung | 2 bis 6 GB monatlich sind eine Orientierung, kein fester Bedarf |
| Häufiges Streaming und soziale Medien unterwegs | Größeres Datenpaket und passende Geschwindigkeit | Drosselung, Datenautomatik und kostenpflichtige Nachbuchungen |
| Viele Telefonate | Flatrate oder ausreichend Freiminuten | Ausnahmen für Sonderrufnummern und Auslandsgespräche |
| Regelmäßige SMS | SMS-Flatrate oder passendes Kontingent | Preis je SMS und Kosten für Premium-SMS |
| Häufige Reisen in der EU | Roaming und verfügbares Datenvolumen im Ausland | Fair-Use-Grenze und eingeschlossene Länder |
| Reisen außerhalb der EU oder Nutzung an Bord | Länderpreise und Zusatzoptionen | Roaming-Zone und mögliche Kosten über Satellitennetze |
| Schwankende Nutzung, hohe Flexibilität gewünscht | Kurze Kündbarkeit oder Prepaid | Gesamtkosten und Abrechnung nach vier Wochen oder Kalendermonat |
Gesamtkosten eines Handyvertrags vergleichen
Vergleichen Sie die Kosten für den Zeitraum, in dem Sie den Tarif voraussichtlich nutzen. Berücksichtigen Sie den Grundpreis, die Abrechnungshäufigkeit und mögliche Zusatzentgelte. Wenn ein Smartphone mitgebucht wird, rechnen Sie dessen Kosten ebenfalls ein. Ein niedriger beworbener Monatspreis sagt wenig aus, wenn weitere Leistungen extra kosten oder der Anbieter den Preis nur für einen Teil der Vertragszeit berechnet.
Für einen guten Vergleich helfen das Produktinformationsblatt und die konkreten Vertragsunterlagen. Das Produktinformationsblatt zeigt unter anderem Datenraten und Kosten. Es nennt auch die Laufzeit und Begrenzungen des Datenvolumens. Prüfen Sie zusätzlich die individuellen Vertragsbedingungen. Achten Sie besonders auf Roaming und Sonderrufnummern sowie auf Kündigung und automatische Datenbuchungen.