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Geld online anlegen: Erste Schritte für Einsteiger

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Wer online Geld anlegen möchte, eröffnet ein Bankkonto oder kauft Wertpapiere über ein Depot. Ein Depot verwahrt zum Beispiel Aktien und Fonds. Dass Sie über eine App leicht investieren können, sagt nichts darüber aus, ob eine Anlage sicher ist oder zu Ihrem Ziel passt.

Klären Sie zuerst, wann Sie das Geld brauchen und welchen vorübergehenden Wertverlust Sie verkraften. Legen Sie Geld für unerwartete Ausgaben zurück und investieren Sie nur Beträge, auf die Sie länger verzichten können. Aktien und Fonds können Erträge bringen. Ihr Wert schwankt und sie können Verluste verursachen.

Erst Reserve und Schulden prüfen

Bevor Sie Geld anlegen, sollten Sie teure Schulden zurückzahlen und eine liquide Reserve bilden, auf die Sie ohne größere Verzögerung zugreifen können. Die BaFin nennt als Faustregel eine Reserve von drei Monatseinkommen. Der passende Betrag hängt aber davon ab, wie sicher Ihr Einkommen ist und welche Ausgaben auf Sie zukommen.

Ein schnell erreichbares Konto eignet sich besser für die Reserve als ein Aktienfonds. Wenn die Börse fällt und Sie dringend Geld brauchen, müssten Sie Fondsanteile womöglich mit Verlust verkaufen. Geld für eine Autoreparatur oder eine geplante Anschaffung gehört deshalb nicht automatisch in eine schwankende Anlage.

Anlageform und Ziel wählen

Online können Sie sowohl Bankeinlagen als auch Wertpapiere kaufen. Tagesgeld ist jederzeit verfügbar, während Festgeld für eine vereinbarte Laufzeit gebunden ist. Aktien sind Anteile an Unternehmen. Ein Fonds bündelt Geld vieler Anleger und investiert es nach festgelegten Regeln. Ein börsengehandelter Fonds, kurz ETF, lässt sich während der Börsenzeiten kaufen und verkaufen; viele ETFs bilden einen Aktienindex nach.

Wählen Sie die Anlageform nach Ihrem Ziel. Wenn Sie das Geld bald brauchen, sollte es verfügbar bleiben und möglichst wenig an Wert verlieren. Bei einem langfristigen Vorhaben können Aktien eine höhere Ertragschance bieten, doch dafür müssen Sie Kursschwankungen aushalten. Sicherheit, schneller Zugriff und Rendite lassen sich nicht gleichzeitig maximieren.

Risiken durch Streuung senken

Diversifikation bedeutet, das Geld auf verschiedene Anlagen zu verteilen. Wenn Sie in Aktien investieren, senkt eine breite Streuung über Unternehmen, Branchen und Länder Ihre Abhängigkeit von einzelnen Firmen. Sie schützt jedoch nicht vor einem allgemeinen Börsenrückgang.

Ein breit gestreuter ETF kann viele Unternehmen in einem Produkt bündeln. Ein MSCI-World-ETF umfasst beispielsweise zahlreiche Unternehmen aus etwa zwei Dutzend Industrieländern. Schwellenländer sind darin nicht enthalten; Indizes wie MSCI ACWI oder FTSE All-World berücksichtigen sie zusätzlich. Diese Indizes enthalten unterschiedliche Märkte. Sie sind Beispiele und keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt.

Mehrere ETFs im Depot bedeuten nicht automatisch eine bessere Streuung. Fonds können dieselben großen Unternehmen enthalten. Prüfen Sie deshalb, welche Märkte und Firmen ein Fonds abbildet, statt nur die Anzahl Ihrer Fonds zu zählen. Einzelaktien und eng gefasste Themenfonds konzentrieren das Geld stärker und eignen sich nicht als Ersatz für eine breite Streuung.

Anlagehorizont realistisch planen

Der Anlagehorizont ist der Zeitraum, bevor Sie das Geld voraussichtlich brauchen. Je länger dieser Zeitraum ist, desto eher können Sie vorübergehende Kursschwankungen aussitzen. Ein langer Anlagehorizont verhindert Verluste nicht; eine Erholung zu einem bestimmten Zeitpunkt ist damit nicht sicher.

Die Verbraucherzentrale verweist auf historische Rückgänge weltweit gestreuter Aktien-ETFs von bis zu 50 Prozent und Verlustphasen von bis zu 15 Jahren. Diese Angaben beschreiben vergangene Entwicklungen. Sie sagen nicht voraus, wie sich ein bestimmter Fonds künftig entwickelt oder wann Verluste ausgeglichen werden. Wenn Sie einen festen Auszahlungstermin haben, etwa für eine Anschaffung in wenigen Jahren, sollte das dafür vorgesehene Geld nicht vollständig in Aktienanlagen liegen.

Ein Sparplan kann regelmäßige Einzahlungen automatisieren und den Einstieg erleichtern. Verluste bleiben möglich, und Sie müssen Anlageziel und Produkt weiterhin prüfen. Wählen Sie eine Sparrate, die auch dann tragbar bleibt, wenn unerwartete Ausgaben anfallen.

Anbieter und Kosten prüfen

Vergleichen Sie vor der Depoteröffnung die Gebühren und prüfen Sie, ob der Anbieter zugelassen ist. Die BaFin bietet Informationen zur Zulassung von Finanzdienstleistern. Eine Zulassung ist kein Gütesiegel für jedes einzelne Produkt und sagt nicht aus, dass eine Anlage für Ihre Situation passt.

Achten Sie auf die laufenden Fondskosten und auf die Kosten für den Kauf und Verkauf im Depot. Auch die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis, der sogenannte Spread, kann ins Gewicht fallen. Das Basisinformationsblatt des Produkts und das Preisverzeichnis des Anbieters nennen wichtige Kosten. Gebühren mindern den Ertrag; künftige Gewinne stehen dagegen nicht fest.

Bei Bankeinlagen greift die gesetzliche Einlagensicherung grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank für geschützte Einlagen. Sie schützt nicht vor Kursverlusten bei Aktien und Fonds. Verwahrte Wertpapiere sind rechtlich anders behandelt als Bankguthaben: Sie gehören grundsätzlich nicht zur Insolvenzmasse der Depotbank, wenn diese zahlungsunfähig wird. Welche Absicherung gilt, hängt vom Institut und vom Produkt ab.

Betrug im Internet erkennen

Misstrauen Sie Angeboten, die sichere oder außergewöhnlich hohe Gewinne versprechen. Zeitdruck, ungefragte Nachrichten über soziale Medien oder Messenger und die Aufforderung, weitere Gebühren für eine Auszahlung zu zahlen, sind deutliche Warnzeichen. Geben Sie Unbekannten keinen Fernzugriff auf Ihr Smartphone oder Ihren Computer.

Eine professionelle Website und angezeigte Gewinne belegen nicht, dass eine Plattform seriös ist. Prüfen Sie Anbieterangaben und Zulassung unabhängig, bevor Sie Geld überweisen. Verbraucherzentralen berichten von Betrugsfällen, bei denen Plattformen erst Gewinne anzeigen und später Auszahlungen blockieren. Eine Prüfung bei der BaFin hilft bei der Einschätzung, schließt Betrug aber nicht aus.

Typische Fehler beim Geldanlegen vermeiden

Häufig investieren Einsteiger Geld, das sie bald brauchen, oder setzen zu viel auf einzelne Aktien und Trendthemen. Vergangene Renditen und Kursgewinne sagen nicht zuverlässig voraus, wie sich eine Anlage weiterentwickelt.

Auch ständiges Reagieren auf Schlagzeilen und Beiträge in sozialen Medien kann zu unüberlegten Käufen und Verkäufen führen. Legen Sie vor dem Kauf fest, welchem Ziel die Anlage dient und welche Schwankungen Sie tragen können. Kaufen Sie nur Produkte, deren Funktionsweise und Risiken Sie verstehen.